Ein Wetterphänomen der etwas anderen Art sorgt derzeit für Verwirrung – und für Schmunzeln. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von „Rückwärtsregen“. Was dahinter steckt und warum Sie Ihren Schirm dabei angeblich verkehrt herum halten sollten, erfahren Sie hier.
Was ist Rückwärtsregen überhaupt?
Rückwärtsregen klingt zunächst wie ein Aprilscherz – oder ein Zungenbrecher. Doch der Begriff wird aktuell tatsächlich in offiziellen Wetterwarnungen genannt. Dabei geht es nicht um einen neuen physikalischen Zustand von Wasser, sondern um eine Kombination aus starkem Regen und besonders heftigem Gegenwind.
Stellen Sie sich vor: Es regnet stark. Gleichzeitig weht der Wind so kräftig, dass der Regen nicht mehr nur von oben kommt, sondern quer – oder sogar dem Gefühl nach „von hinten“. Das sorgt für ein ungewöhnliches Gefühl, als ob der Regen plötzlich rückwärts fällt. Daher der augenzwinkernde Begriff.
Warum warnt der Wetterdienst davor?
Hinter dem Begriff steckt mehr als nur ein Wortspiel. Der Rückwärtsregen kann gefährlich rutschige Straßen, eingeschränkte Sicht im Straßenverkehr und starke Belastung für Regenschirme mit sich bringen.
Besonders betroffen sind laut DWD folgende Regionen:
- Nordseeküste und Küstenregionen Schleswig-Holsteins
- Großraum Hamburg und Bremen
- Teile von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern
Hier treffen stürmische Winde mit bis zu 80 km/h auf intensive Schauer. Die Folge: Spaziergänge ohne Schutz sind kaum möglich, Autofahrten werden zur Geduldsprobe, und so mancher Schirm landet im Papierkorb.
Wie sollte man sich verhalten?
Auch wenn die Überschrift humorvoll wirkt – das Wetter ist es nicht. Wer sich draußen aufhält, sollte gewissen Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Stabilen Regenschirm nutzen – möglichst mit Windschutz-Mechanismus
- Besser: Regenjacke mit Kapuze statt Schirm, besonders bei stürmischem Wetter
- Autofahrer sollten die Geschwindigkeit anpassen, mit Aquaplaning rechnen und mehr Abstand halten
- Meiden Sie offene Plätze, an denen der Wind ungebremst angreifen kann
Und die Sache mit dem verkehrt herum gehaltenen Schirm? Die meint der Wetterdienst wohl nicht ganz ernst – oder es ist ein augenzwinkernder Hinweis auf die Windverhältnisse, denn gewöhnliche Schirme geben unter Druck nach. Wer den Schirm falsch herum hält, dem bleibt wenigstens keine spontane Umklapp-Aktion erspart…
Kurios, aber nicht harmlos
Rückwärtsregen ist ein Ausdruck, der hängen bleibt. Doch so amüsant er klingt, so ernst sollte man die Wetterlage nehmen. Denn besonders in Kombination mit Kälte und schlechter Sicht stellt dieses Wetter ein echtes Sicherheitsrisiko dar – für Fußgänger wie für den Straßenverkehr.
Ein Senior aus Flensburg berichtete etwa, dass er beim Versuch, gegen den Wind zu laufen, regelmäßig „stehen geblieben“ sei – so stark sei der Druck gewesen. Eine Passantin in Kiel sprach von „Wasserwaffen direkt ins Gesicht“. Bilder in den sozialen Medien zeigen verbogene Schirme und Menschen, die sich gegen den Wind stemmen.
Auf was Sie in den nächsten Tagen achten sollten
Der Wetterdienst prognostiziert für die kommenden Tage weiterhin wechselhaftes Wetter. Besonders am späten Nachmittag können sich wieder schwere Schauer und Windböen entwickeln. Halten Sie Ausschau nach folgenden Warnzeichen:
- Pause bei dauerhaft starkem Wind zwischen Regenphasen – das kündigt oft neue Böen an
- Wolkenspiralen am Himmel – Zeichen für Wirbelbildungen
- Stark sinkende Temperaturen binnen Minuten
Verfolgen Sie die Hinweise über die Warn-App „NINA“ oder direkt auf den Seiten des DWD, um rechtzeitig informiert zu bleiben.
Fazit: Wenn das Wetter verrücktspielt, zählt Vorbereitung
„Rückwärtsregen“ ist ein kreativer Begriff, der uns schmunzeln lässt – aber auch zum Nachdenken anregt. Denn er beschreibt ein sehr reales Phänomen, das ernst genommen werden sollte. Packen Sie wetterfeste Kleidung ein, passen Sie Ihre Planung an und behalten Sie die Warnungen im Blick.
Und falls Sie doch das Haus verlassen müssen: Vielleicht sollten Sie Ihren Schirm heute lieber fest in beide Hände nehmen – ganz egal, wie herum.




