Wenn die Temperaturen fallen, dreht sich fast alles ums Heizen. Doch viele machen dabei ungewollt Fehler – und das kann richtig teuer werden. Nicht nur im Geldbeutel, sondern auch beim Wohnklima. Manche Entscheidungen erscheinen sinnvoll, bewirken aber leider das Gegenteil.
Heizen auf Sparflamme: Warum das oft nach hinten losgeht
Viele denken: Wenn ich die Heizung ganz runterdrehe, spare ich Geld. Klingt logisch, bringt aber gleich mehrere Probleme mit sich.
Wird ein Raum komplett ausgekühlt, braucht es später viel mehr Energie, um ihn wieder auf Wohlfühltemperatur zu bringen. Gerade bei Altbauten mit schlechter Dämmung kann das richtig ins Geld gehen.
Besser: Die Heizung konstant auf einer niedrigen, aber stabilen Temperatur (ca. 18–20 °C) belassen. So vermeidest du starke Temperaturschwankungen und Schimmelbildung durch zu hohe Luftfeuchtigkeit.
Kippfenster im Winter? Lieber nicht
Lüften ist wichtig – keine Frage. Doch der Klassiker „Fenster kippen“ sorgt im Winter für unnötigen Energieverlust. Kalte Luft strömt dauerhaft hinein, während gleichzeitig warme Heizluft verloren geht. Das kann pro Tag mehrere Kilowattstunden kosten.
Die bessere Methode:
- Mehrmals täglich Stoßlüften: Fenster 3–5 Minuten weit öffnen.
- Währenddessen Heizung ausschalten.
- Danach Fenster komplett schließen und Heizung wieder anschalten.
So bleibt die Luft frisch und du heizt nicht zum Fenster hinaus.
Heizkörper frei halten – aber wirklich
Sieht nett aus, ist aber ein echter Heizkiller: Vorhänge, Möbel oder Deko direkt vor dem Heizkörper. Die warme Luft kann nicht zirkulieren und der Raum bleibt kalt, obwohl du eigentlich ausreichend heizt.
Merke: Heizkörper brauchen freie Luftzirkulation. Verschiebe Sofas, Vorhänge und Regale mindestens 30 cm entfernt.
Zu warme Raumtemperaturen: Komfort ist nicht alles
Jeder Raum braucht eine andere Wohlfühltemperatur. Wer überall dieselbe hohe Temperatur einstellt, verbraucht oft mehr Energie als nötig.
Empfohlene Richtwerte:
- Wohnzimmer: 20–21 °C
- Schlafzimmer: 16–18 °C
- Küche: 18–19 °C
- Bad: 22–23 °C (nur während Benutzung)
Jedes zusätzliche Grad erhöht den Energieverbrauch um etwa 6 %. Das summiert sich über den Winter.
Thermostate falsch einstellen
Die Zahlen 1 bis 5 auf dem Thermostat sind keine direkten Temperaturangaben. Viele denken, Stufe 5 heize schneller – doch das ist ein Irrtum. Stellst du es auf 5, wird nicht schneller geheizt, sondern einfach heißer – manchmal über das Ziel hinaus.
Das bedeuten die Stufen:
- Stufe 1 = ca. 12 °C
- Stufe 2 = ca. 16 °C
- Stufe 3 = ca. 20 °C
- Stufe 4 = ca. 24 °C
- Stufe 5 = ca. 28 °C
Für die meisten Räume reicht Stufe 2 bis 3 völlig aus.
Heizung nachts komplett aus? Besser nur absenken
Viele drehen vor dem Schlafengehen die Heizung aus. Doch auch das kann zu Problemen führen. Wände und Möbel kühlen stark aus und ziehen am nächsten Morgen vermehrt Energie – ganz zu schweigen vom „Fröstelgefühl“ beim Aufstehen.
Besser: Heizkörper auf Stufe 1 oder Nachtabsenkung stellen. Das spart Energie ohne vollständige Auskühlung der Räume.
Keine regelmäßige Wartung = stille Energiefresser
Ob in Mietwohnung oder Eigenheim: Heizsysteme müssen regelmäßig geprüft werden. Ablagerungen, Luft im Heizkörper oder veraltete Reglungen verbrauchen mehr Energie als nötig.
Tipps:
- Einmal jährlich Heizkörper entlüften.
- Heizung regelmäßig von Fachleuten warten lassen.
- Alte Thermostate durch digitale Modelle ersetzen – sie regeln präziser und sind programmierbar.
Fazit: Kleine Fehler, große Wirkung
Heizen ist mehr als nur am Rad drehen. Wer die typischen Fehler kennt und vermeidet, kann im Winter viel Geld sparen – ohne auf Komfort zu verzichten. Gleichzeitig schützt du deine Wohnung vor Schäden wie Schimmel und förderst ein gesünderes Raumklima.
Also: Augen auf beim Heizen. Schon ein paar kleine Änderungen machen einen großen Unterschied – für dich und deine Heizkostenabrechnung.




